Eine KI hätte nie GTA erschaffen, sagen die Chefs von Take-Two und Sony
Die Chefs von Take-Two und Sony sind sich einig: Keine künstliche Intelligenz hätte so etwas wie Grand Theft Auto erschaffen. Laut Strauss Zelnick blicken Daten in die Vergangenheit, und die größten Hits sieht niemand kommen. Das sagten die beiden gemeinsam auf einer Bühne in New York, bei einem Gespräch, über das IGN berichtete – weniger als einen Monat bevor GTA 6 in den Läden steht. Wir erzählen euch, was beide gesagt haben, welche Geschichte zu Kevin – Allein zu Haus Zelnick ausgepackt hat und warum der Rockstar-Eigentümer nicht zum ersten Mal so redet.

Von Pablo Lopez · CEO
· 4 Min. Lesezeit
Was haben Zelnick und Totoki über KI gesagt?
Das Gespräch fand am Dienstag, 20. Oktober, beim Paley International Council Summit statt, einem jährlichen Treffen von Medienmanagern im Paley Museum in Manhattan. Unter dem Titel „Gaming, Culture and the Future of Entertainment“ saßen laut Programm der Veranstaltung Strauss Zelnick, Chairman und CEO von Rockstars Mutterkonzern Take-Two, und Hiroki Totoki, Präsident und CEO von Sony, gemeinsam auf der Bühne.
Beide schlugen in dieselbe Kerbe: KI wird Menschen in der Unterhaltungsbranche nicht ersetzen, taugt aber als Werkzeug. Totoki fasste das in einem Satz zusammen, der bereits durch die Games-Presse geht, wie auch GameSpot berichtet:
Ablehnen will er sie trotzdem nicht. Totoki erzählte, dass er seine Leute ermutigt, KI „auf eine bestimmte Art“ zu nutzen – ohne dabei die Rechte von Kreativen und Künstlern aus den Augen zu verlieren.

Warum glaubt Zelnick, dass eine KI kein GTA machen würde?
Zelnick ging noch weiter und erklärte seine Theorie. Zuerst mit einer Warnung, die einer der Bereichsleiter von Take-Two seinem Team mitgegeben hat: „Ihr werdet nicht von KI ersetzt, aber wenn ihr nicht aufpasst, werdet ihr von jemandem ersetzt, der mit KI umgehen kann.“
Dann der Kern seines Arguments, laut IGN: „KI ist eine Sammlung von Datensätzen, Rechenleistung und großen Sprachmodellen. Das ist alles. Und Datensätze sind per Definition rückwärtsgewandt. Kreativität dagegen ist im besten Fall nach vorne gerichtet.“
Als Beweis nannte er seine eigene Reihe: „Als das erste Grand Theft Auto entstand, hätten wir nicht gedacht, dass der Name ‚Grand Theft Auto‘ einmal zu dem wird, was er heute ist.“
Was hat Kevin – Allein zu Haus damit zu tun?
Mit dieser Anekdote schloss Zelnick seine Argumentation ab. Vor Take-Two war er Präsident von 20th Century Fox und erlebte dort eine der größten Überraschungen der Filmgeschichte: Kevin – Allein zu Haus. Der Dreh hatte bei Warner Bros. begonnen, das den Film nach vier Drehtagen fallen ließ – etwas, das laut Zelnick „nie passiert“. Fox übernahm, „alle hielten ihn für ein Desaster“, und am Ende wurde er die erfolgreichste Komödie aller Zeiten.
Sein Fazit: „Wenn Hits unerwartet kommen, bringen dich Datensätze nicht dorthin, egal wie eloquent sie sind.“
Aus dem Mund des Mannes, der gerade das meistvorbestellte Spiel des Moments auf den Markt bringt, hat der Satz Gewicht.
Redet der Take-Two-Chef zum ersten Mal so?
Nein. Zelnick bleibt seit Längerem bei dieser Linie. Im Oktober 2025 wurde er bei einem Gipfel von CNBC gefragt, ob eine KI per Knopfdruck ein GTA erschaffen könnte – und winkte ab, wie VGC berichtete: „Die Antwort ist nein. Erstens geht das noch nicht, und zweitens glaube ich, dass dabei nichts besonders Gutes herauskäme.“ Das Ergebnis wäre seiner Meinung nach „ziemlich abgekupfert“, denn „in keinem KI-Modell kann per Definition Kreativität existieren, weil es auf Daten basiert“.
Was Zelnick nicht gesagt hat: dass Rockstar an keiner Stelle der Produktion von GTA 6 KI einsetzt. Wie Take-Two sie nutzt, hat er ebenfalls nicht verraten. Die Botschaft bleibt vorerst dieselbe: Werkzeug ja, Autor nein.
Quellen
- IGN: Take-Two- und Sony-Chefs sagen, KI kann menschliche Kreativität nicht ersetzen
- GameSpot: PlayStation-Chef sagt, „Kreativität ist Sache der Menschen, nicht der KI“
- Paley Center: Programm des Paley International Council Summit 2026
- VGC: Take-Two-CEO glaubt nicht, dass ein mit KI gebautes Grand Theft Auto sehr gut wäre
- Foto von Hiroki Totoki: AFP via Arab News Japan
- Titelbild: IGN
Häufige Fragen
Was hat der Take-Two-Chef über KI gesagt?
Strauss Zelnick glaubt, dass KI menschliche Kreativität nicht ersetzen kann, weil die Daten, auf denen sie basiert, in die Vergangenheit blicken – große Hits wie Grand Theft Auto aber unerwartet kommen.
Was hat der Sony-Chef über KI gesagt?
Hiroki Totoki sagte, „Kreativität ist Sache der Menschen, nicht der KI“. Trotzdem ermutigt er seine Teams, sie auf eine bestimmte Art zu nutzen und dabei die Rechte der Kreativen zu schützen.
Wo haben Zelnick und Totoki gesprochen?
Beim Paley International Council Summit in New York am 20. Oktober 2026, in einem Gespräch über Gaming, Kultur und die Zukunft der Unterhaltung.
Wurde für GTA 6 KI eingesetzt?
Weder Rockstar noch Take-Two haben sich dazu im Detail geäußert. Zelnick sieht KI als Werkzeug, aber nicht als Ersatz für Kreative.




